Aktion „Sicher unterwegs“: Je mehr Hinweise wir bekommen, umso besser können wir reagieren

Auf überaus positive Resonanz stößt die Fragebogenaktion der Verkehrsgewerkschaft GDBA zum Thema „Sicher unterwegs“. Bundesweit werden seit dem 6. März 2008 mehrere tausend Fragebogen an Zugbegleiter, Busfahrer, Mitarbeiter an den ServicePoints und Straßenbahnfahrer – kurz alle Beschäftigten im Verkehrsbereich – verteilt. Ziel ist es, anhand von nachweisbaren Fakten darlegen zu können, wo es Probleme zwischen Mitarbeitern und Fahrgästen gibt.

In allen Regionen Deutschlands waren am Mittwoch, dem 6. März 2008, Mitglieder der Verkehrsgewerkschaft GDBA unterwegs, um die Fragebögen vor Ort an Kolleginnen und Kollegen zu verteilen. Viele griffen sofort zum Stift um die Fragen zu beantworten. Eifrig genutzt wurde auch die Möglichkeit den Fragebogen im Internet auszufüllen.

Gerhard Miller, Mitglied des Bundesvorstandes, und Hans-Peter Hurth, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Stuttgart der Verkehrsgewerkschaft GDBA, waren den ganzen Tag im Großraum Stuttgart und Umgebung unterwegs, um im persönlichen Kontakt vor Ort von den Problemen der Kolleginnen und Kollegen zu erfahren.

Erste Anlaufstelle war die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB) in Tübingen. Zurück in Stuttgart wurde das Gespräch mit Busfahrern und Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Fernverkehr der Deutschen Bahn AG gesucht. Interessant waren auch die Aussagen von Mitarbeitern der Prüfdienste, die berufsbedingt in sehr engem Kontakt zu Bahnreisenden stehen und häufig Pöbeleien und persönlichen Angriffen ausgesetzt sind. Schließlich wurde der Schönbuchbahn, die von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) betrieben wird, in Dettenhausen noch ein Besuch abgestattet, eine Privatbahn, in der die Verkehrsgewerkschaft GDBA die Mehrheit im Betriebsrat stellt.

     
Tübingen: GDBA-Betriebsrätin Natali Prskalo (KiN/B), links im Bild, diskutiert mit Katja Bartel (KiN/B) und Jan Hartwig (Lokführer) Fragen der Sicherheit bei der RAB in Tübingen.   Dettenhausen: Rolf Schneider, (Lokführer, Ersatzmitglied im Betriebsrat) und Wolfgang Ruggaber, (Zugleiter sowie Betriebsratsmitglied und Vertrauensmann der Schwerbehinderten bei der Veolia Verkehr GmbH) begrüßten, dass in die Fragebogenaktion der Verkehrsgewerkschaft GDBA auch Privatbahnen einbezogen werden. Beide Kollegen arbeiten bei der Schönbuchbahn.
 
 

Stuttgart: Monique Probst, (Universaldisponentin und Betriebsrätin, DB Fernverkehr) Hans-Peter Hurth, Gerhard Miller, Carsten Lehmann, (Zugchef, DB Fernverkehr) sowie Jakob Pflugfelder, (Busfahrer und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, Regional Bus Stuttgart GmbH (RBS)) beim Erfahrungsaustausch.  

Stuttgart: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Prüfdienst sind häufig verbaler, aber auch tätlicher Gewalt ausgesetzt. Das machten Ramona Schwarzlose, Selim Oguz, Marco Wendt, Ahmet Acikyürek, und Andrea Langer sowie Sabine Pretzer, stellvertretende Einsatzleiterin der S-Bahn Stuttgart, deutlich.

„Festgehalten werden kann schon jetzt, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen mit ihren Problemen vom Arbeitgeber allein gelassen fühlen“, zog GDBA-Bundesvorstand Gerhard Miller eine erste Bilanz. Hinweisen, dass es in bestimmten Zügen immer wieder zu Pöbeleien, manchmal sogar Handgreiflichkeiten kommt, werde nicht nachgegangen. Dem Hinweis, dass die Gewalt in den Zügen und Bussen zunehme, würde häufig entgegnet, dass dies ein „gesellschaftliches Problem“ sei, mit dem man sich abfinden müsse.

„Solche Zustände werden wir als Verkehrsgewerkschaft GDBA nicht akzeptieren und Veränderungen einfordern“, machte der stellvertretende Bundesvorsitzende Peter Tröge deutlich. Er appellierte an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Verkehrsbereich tätig sind, die Chance zu nutzen und sich an der Fragebogenaktion zu beteiligen. „Je mehr Hinweise wir bekommen, wo es zu Gewalt gekommen ist – ganz gleich ob verbal oder körperlich – um so besser können wir argumentieren“, sagte er.

Die Fragebogenaktion der Verkehrsgewerkschaft GDBA zum Thema „Sicher unterwegs“ läuft noch bis zum 27. März 2008. Der Fragebogen kann auch direkt im Internet aufgerufen und ausgefüllt werden.

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