Erfolg von „Sicher unterwegs“
DB AG will sich um Mitarbeiter kümmern

Bild: Schon bald nach dem Start der Aktion "Sicher unterwegs" konnten Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET erste Erfolge vermelden

Die Deutsche Bahn will sich in Zukunft intensiver um Mitarbeiter kümmern, die Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden sind. „Jeder Führungskraft muss klar sein, dass die persönliche Betroffenheit Einzelner nicht als Lappalie abgetan werden darf. Wir nehmen dieses Thema sehr ernst“, machte Personalvorstand Norbert Hansen im Gespräch mit GDBA-Vize Peter Tröge und TRANSNET-Vorstand Karl-Heinz Zimmermann deutlich. Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET hatten die DB AG zu einem Gespräch geladen, um Forderungen aus einer gemeinsamen Fachkonferenz beider Gewerkschaften zu erörtern.

Konkret wurde vereinbart, dass die Arbeitgeberseite umgehend prüfen wird, ob das „Notfallmanagement“ nicht auch Anwendung für Zugbegleiter in Regional- und Fernverkehrszügen finden kann. „Was für Triebfahrzeugführer möglich ist, muss auch für  andere Mitarbeiter möglich sein“, machte Bettina Volkens, Personalvorstand DB Regio/Leiterin Personal, deutlich.

Bild: Peter Tröge, Karl-Heinz Zimmermann und Reiner Bieck konfrontierten die Arbeitgeberseite mit ihren Forderungen

Bei einem Personenschaden ist der Vorgesetzte verpflichtet, sich persönlich um den betroffenen Lokführer zu kümmern. Es muss nachgefragt werden, wie es dem Mitarbeiter geht und ob er Unterstützung benötigt. Ähnlich soll künftig im Regional- und Fernverkehr verfahren werden, wenn Mitarbeiter Opfer tätlicher Übergriffe wurden.

Sowohl bei der Fragebogenaktion, wie auch bei der Fachkonferenz, war immer wieder deutlich geworden, dass sich viele Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten allein gelassen fühlen. Desinteresse oder Sprüche wie: „wenn Du das nicht abkannst, dann musst Du Dir einen anderen Job suchen“, haben viele resignieren lassen, kritisierte GDBA-Vize Peter Tröge.  Kein tröstendes Wort, keine Hilfestellung, vor allem aber keine Veränderung. Häufig beklagten Betroffene, dass  durchaus bekannt sei, auf welchen Zügen am Wochenende – wenn Disco-Besucher unterwegs sind – aber auch werktags – wenn Schüler nach Hause fahren – mit „Randale“ gerechnet werden muss. Unterstützung, etwas in Form der bahneigenen Sicherheit, würde aber nicht gewährt.

Diese Informationen „abzuholen“, will sich Dirk Fleischer, Leiter Operations, DB Sicherheit, zueigen machen. Bei der Deutschen Bahn gibt es bereits eine Vielzahl an Arbeitskreisen, die sich mit dem Thema „Sicherheit“ beschäftigen, machte er deutlich. Und wies darauf hin, dass das Problem „Gewalt“ kein bahn-spezifisches sondern ein vornehmlich gesellschaftliches sei. Gleichwohl werde man sich den offenkundigen Problemen verstärkt annehmen, schließlich genieße die „Sicherheit“ bei der DB AG einen hohen Stellenwert.

Bild: Arbeitsdirektor Norbert Hansen (rechts) will sich verstärkt um die Sicherheit der Mitarbeiter kümmern. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Bettina Volkens, Personalvorstand DB Regio, und Reiner Witthorf, Leiter Programme und Projekte

Reiner Bieck, Bereichsleiter TRANSNET, forderte die DB AG auf, gemeinsam mit den beiden Gewerkschaften TRANSNET und GDBA eine „Sicherheitspartnerschaft“ einzugehen. So wie die Deutsche Bahn ihren Führungskräften deutlich machen müsse, sensibel mit diesem Thema umzugehen, wäre es an den Gewerkschaften, auch über die Betriebsräte Hilfestellungen anzubieten. „Wir haben ein gemeinsames Ziel und das sollten wir gemeinsam erreichen“, sagte er.

Die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich nach dem Gespräch mit der DB AG zufrieden. Es sei gelungen, viele Forderungen der Fachkonferenz anzusprechen und bereits erste Ergebnisse zu präsentieren. „Wir haben den Arbeitgeber für dieses Thema sensibilisieren können“, machte GDBA-Vize Peter Tröge deutlich. Klar geworden sei, dass die vielen Aktivitäten, die es schon gibt, besser koordiniert, vor allem aber „gelebt“ werden müssen, stellte er fest. Den Anstoß dazu haben die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die TRANSNET gegeben.

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