Sparkurs im Nahverkehr begünstigt Gewalt

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA fordert nach dem tödlichen Angriff in München die Verantwortlichen auf, endlich nicht nur Reden zu schwingen, sondern für konkrete Ergebnisse zu sorgen. „Derzeit mehren sich die Stimmen von Politikern, die mehr Sicherheitspersonal im Nahverkehr fordern. Gerade die Politik ist es aber, die im Rahmen der Regionalisierung von Schienenverkehrsleistungen verantwortlich ist für Kostendruck und Einsparungen und damit im Endeffekt für Personalreduzierungen“, so der Vize-Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Peter Tröge.

„Die einzig wirkungsvolle Maßnahme, Gewalt vorzubeugen, kann nur sein, mehr Zugbegleiter und mehr Sicherheitspersonal auf die Züge zu schicken. Technische Einrichtungen wie zum Beispiel Videoüberwachung oder Notrufsäulen sind keine Prävention“. Er wirft den Politiker vor, dass der verordnete rigorose Sparkurs auch dazu führe, dass vorhandene Anlagen nicht regelmäßig überprüft und gewartet werden könnten.

Tröge verweist auf das Beispiel der Schweiz, hier sind die Zahlen der gewalttätigen Vorfälle in Zügen drastisch gesunken, nachdem mehr Zugbegleiter eingesetzt wurden.

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA fordert im Rahmen ihrer Aktion „Sicher unterwegs“ seit langem, bereits in den Verkehrsverträgen für den Nahverkehr festzuschreiben, dass vermehrt Personal in den Zügen eingesetzt werden soll. Dafür allerdings, so Tröge, ist mehr finanzielle staatliche Unterstützung nötig. Die Ergebnisse einer Umfrageaktion bei Reisenden im Zusammenhang mit „Sicher unterwegs“ zeigten eindeutig, dass das Sicherheitsempfinden steige, wenn mehr Zugbegleiter im Einsatz seien.

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