Zugbegleiter zum Spielball gemacht

Im Wettbewerb des SPNV haben auch Zugbegleiter einen schweren Stand. Häufig wird diese Tätigkeit von den Verkehrsunternehmen schlecht bezahlt. Nicht nur deshalb ist es wichtig, dass auch diese Beschäftigten eine gute gewerkschaftliche Vertretung haben.

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu verwerflich, dass sich die GDL unvermittelt und wieder einmal aus der Verantwortung, für die bei ihr organisierten Zugbegleiter verabschiedet. Jahrelang behauptete die GDL, sie fühle sich für das Fahrpersonal, also auch für Zugbegleiter, zuständig. Aber was hat sie für diese Berufsgruppe getan?

Zugbegleiter waren und sind für die GDL offenbar immer nur Mittel zum Zweck, denn 2008 hat sie sich für viele Jahre aus der Interessenvertretung für diese Beschäftigten im DB Konzern verabschiedet, um einen Lokführertarifvertrag (LfTV) zu bekommen. 2010, offensichtlich nur mit Blick auf Stimmen für die Betriebs- und Aufsichtsratswahlen, forderte sie dann von vielen Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Eisenbahnfahrpersonaltarifvertrag (EFPTV), der auch für Zugbegleiter gelten sollte. Die Wahlen sind vorbei, und vorbei ist für die GDL auch dieser Tarifvertrag, wieder zu Gunsten eines reinen Lokführertarifvertrags.

Zugbegleiter sollten, soweit noch nicht geschehen, schnell den Weg zur TRANSNET oder zur Verkehrsgewerkschaft GDBA finden. Unser Weg zu einem BranchenTV ist der Richtige. Damit kann das Einkommensniveau für alle in der Branche gesichert und entwickelt werden, also auch für Zugbegleiter.

Aushang

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