Branchen-Tarifvertrag: Arbeitgeber sagen Spitzengespräch ab und kündigen überarbeitetes Angebot an

Die Arbeitgeber der Privatbahnen haben ein mögliches Spitzengespräch zu einem Branchen-Tarifvertrag Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) abgesagt. Man wolle den Verhandlungskommissionen die Federführung überlassen, heißt es unisono in den Mitteilungen der Unternehmen. Zugleich kündigten die Arbeitgeber jedoch ein überarbeitetes Angebot an. Kern des Streits ist bislang vor allem das Bezahlungsniveau. Die Arbeitgeberseite bietet bisher nur rund drei Viertel von dem an, was über 90 Prozent der Beschäftigten in dieser Branche schon jetzt verdienen.

"Die Absage eines Spitzengesprächs ist ärgerlich und bringt in die Verhandlungen unnötige Schärfe", kritisierten GDBA-Vize Heinz Fuhrmann und der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner. Allerdings müsse man "auch zur Kenntnis nehmen", dass die Arbeitgeberseite ein überarbeitetes Angebot angekündigt habe. "Wir sehen diesem Angebot allerdings höchst skeptisch entgegen", bemerkten die Gewerkschafter. Es sei nämlich zu befürchten, dass "nun ein Hin und Her in Tippelschritten" beginne. Dabei sei für die Gewerkschaften klar: "Wir wollen nur das, was heute schon am Markt üblich ist, in einem Tarifvertrag vereinbaren. Und das ist ein Niveau, das jetzt schon für die Beschäftigten von Metronom, Regentalbahn, Abellio Rail NRW, DB Regio und Bayerische Oberlandbahn und damit für gut 90 Prozent der Beschäftigten der Branche gilt."

Das angekündigte Angebot würden die Gewerkschaften, "ohne damit große Hoffnungen zu verbinden", prüfen. Fuhrmann und Kirchner kündigten an, dass sich die Spitzengremien beider Organisationen am 11. und 12. Oktober mit der Situation beschäftigen werden.

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken