Unternehmensmitbestimmung hat sich bewährt

Welche Zukunft hat die Mitbestimmung in den Unternehmen? Diese spannende Frage war Thema einer zweitägigen Fachkonferenz, die von der Bildungsgesellschaft Transmit ausgerichtet worden war.

Den Stellenwert der Unternehmensmitbestimmung im DB-Konzern erläuterte in diesem Zusammenhang Ulrich Weber, Personalvorstand der Deutschen Bahn. Er machte deutlich, dass sich jeder Aufsichtsrat der Arbeitnehmervertreter – nach seiner Auffassung - der Verantwortung bewusst sein müsse, die er in dieser Funktion für das Unternehmen trage. Einfach nur Nein sagen, wenn strittige Entscheidungen anstünden, werde diesem Auftrag nicht gerecht. Im Aufsichtsrat würden häufig die Weichen für die Zukunft der Deutschen Bahn gestellt und diese grundlegenden Entscheidungen sollten von einem möglichst breiten Konsens getragen werden.

Alexander Kirchner, Vorsitzender der Gewerkschaft TRANSNET, erläuterte, wie schwierig es manchmal sei, eine solche Entscheidung zu treffen. Auf der einen Seite stehe das wirtschaftliche Wohl des Unternehmens, für das man als Aufsichtsrat mit verantwortlich sei, auf der anderen Seite das eigene Selbstverständnis. Da die zur Entscheidung nötigen Informationen häufig nur vom Anteilseigner gewährt würden, versuche man seitens der TRANSNET auch die Organe unterhalb des Aufsichtsrats einzubinden, um ein möglichst breites Meinungsbild zu erhalten. Das erleichtere die Entscheidung.

Zugleich verwies Alexander Kirchner auf ein immer drängender werdendes Problem: Gut ein Drittel der Beschäftigten der Deutschen Bahn arbeiten mittlerweile im Ausland. "Wie beziehen wir diese in die Mitbestimmung ein", fragte er?

Eine Frage, die auch bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion nicht abschließend beantwortet werden konnte. In dieser Runde machte GDBA-Vize Peter Tröge deutlich, dass Mitbestimmung der Arbeitnehmer sich nicht nur in Krisenzeiten bewähren müsse, sondern auch im "Alltagsgeschäft" ein wichtiges Instrument sei, die Interessen der Arbeitnehmer gleichberechtigt zu den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens zu gewichten.

 

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