DB Reisezentren: Handy kann Reiseberater nicht ersetzen – "Ticket 3.0 braucht Mensch 3.0"

Verkehrsgewerkschaft GDBA und Transnet haben Aussagen von DB-Chef Grube zu den Reisezentren scharf kritisiert. Der Manager hatte erklärt, der Ticketschalter gehöre der Vergangenheit an. Er setze auf das Handy als Fahrkarten-Ersatz. Die Gewerkschaften unterstrichen hingegen die Notwendigkeit der Reisezentren. Sie seien für Beratung und Verkauf nach wie vor auch eine Visitenkarte der DB.

"Als Ergänzung zu den bisherigen Verkaufskanälen sind die Pläne eine gute Idee", machten GDBA-Vize Peter Tröge und TRANSNET-Vorstand Reiner Bieck deutlich. Es sei allerdings "eine Schnapsidee", dass Reisezentren und Fahrkartenschalter der Vergangenheit angehören sollten. Auch ein mögliches "Ticket 3.0 braucht einen Mensch 3.0 und einen Schalter 3.0", unterstrichen die Gewerkschafter. Das Bahnsystem sei weit verzweigt, nicht alle Informationen ließen sich problemlos online abrufen. Nachfragen seien auch nicht möglich. Hinzu komme, dass "man auch zur Kenntnis nehmen muss, dass es Menschen gibt, die sich beraten lassen und dann ihren Fahrschein kaufen möchten, und zwar bei einem Menschen und nicht bei einer Maschine".

"Unsere Reiseberater in den Reisezentren sind kein Auslaufmodell", unterstrichen Tröge und Bieck. Sie seien "eine Visitenkarte der Bahn". Deshalb müsse das Unternehmen auch endlich aufhören, "ständig an den Verkaufsstellen herumzudoktern und diese in Frage zu stellen". Beide erinnerten den DB-Chef an dessen Aussagen von Ende Mai dieses Jahres: Grube hatte den Gewerkschaften zugesagt, dass es keinen Personalabbau im Vertrieb und damit in den Reisezentren geben werde.

 

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