dbb-Chef: Demographiebedingte Probleme endlich angehen

Die demographiebedingten Probleme im öffentlichen Dienst endlich anzugehen, hat dbb Chef Peter Heesen gefordert. „Wir haben schon jetzt einen Fehlbestand von 50.000 Beschäftigten – vor allem in Schulen, beim Zoll und in den Finanzämtern, aber auch in den technischen Berufen, beispielsweise bei der Bundeswehr', sagte Heesen zum Auftakt des vom Behörden Spiegel veranstalteten 5. Demographie-Kongresses „Der Staat im Wandel – Generationenpolitik zwischen Fürsorge, Vorsorge und Gewährleistung“.

Es dürfe keinerlei Aufschub mehr geben, so der dbb Chef weiter. „Denn in den nächsten zehn Jahren werden altersbedingt 20 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Allen Verantwortlichen muss klar sein, welche gravierenden Auswirkungen dies für die Nachwuchsgewinnung auf einem noch umkämpfteren Arbeitsmarkt hat.“ Hinzu kämen die Kostenentwicklungen bei Ländern und Kommunen, wo viel zu spät damit begonnen wurde, kapitalgedeckte Vorsorge für die steigenden Pensionsaufwendungen zu treffen. „Hier sehen wir eine doppelte finanzielle Herausforderung. Denn wer qualifizierten Nachwuchs gewinnen will – und diesen braucht der öffentliche Dienst dringend – muss schon wegen der Konkurrenz zur privaten Wirtschaft auch attraktive Lohnangebote machen.“

 „Ein funktionsfähiger Staat ist ohne funktions- und leistungsfähigen öffentlichen Dienst nicht vorstellbar“, betonte Heesen. Eine angemessene Finanzierung setze wirtschaftliches Wachstum voraus. Dringenden Handlungsbedarf sieht Heesen bei der Qualifizierung sowohl in Schulen als auch in Ausbildungsbereichen: „Wir verlieren zu viele Schülerinnen und Schüler am unteren Rand.“ Das Prinzip „lebenslanges Lernen“ müsse durchgesetzt werden. „Niemand gehört mit 55 zum alten Eisen. Das können wir uns gar nicht mehr leisten. Erworbene Erfahrungen müssen langfristig genutzt werden.“ Ein wesentlicher Punkt sei auch die gezielte Werbung um qualifizierte Zuwanderer. „Wenn es allerdings der Kultusministerkonferenz noch nicht einmal gelingt, bundesländerübergreifend für die Anerkennung von Abschlüssen zu sorgen, sehe ich für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse derzeit noch ziemlich schwarz“, so Heesen. Der dbb Chef mahnte zudem mehr Investitionsbereitschaft in die heimische Wirtschaft an. „Investitionen“, so Heesen, „sind die Voraussetzung für Innovation und Fortschritt – in der privaten Wirtschaft genauso wie im öffentlichen Dienst.“

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