Mäßigend auf Demonstranten einwirken

In Stuttgart beschäftigte Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden immer öfter Opfer von Gewaltattacken. Der Protest gegen den Bahnhofsumbau richtet sich zunehmend auch gegen Kolleginnen und Kollegen in der Auskunft, am Bahnsteig oder das Sicherheitspersonal. Diese werden verbal beleidigt, angerempelt, teilweise bespuckt – selbst tätliche Angriffen sind mittlerweile zu verzeichnen.

TRANSNET und GDBA sehen diesem unsäglichen Treiben nicht tatenlos zu. Beide Gewerkschaften haben sowohl den Vermittler Heiner Geißler, wie auch das Aktionsbündnis selbst aufgefordert, mäßigend auf die Demonstranten einzuwirken.

Niemandem soll das Recht abgesprochen werden, friedlich zu protestieren. Der Protest darf sich aber nicht gegen Menschen richten, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Dies gilt für die Mitarbeit der Deutschen Bahn ebenso wie für die Einsatzkräfte der Polizei oder die Bauarbeiter vor Ort.

Zeitgleich haben TRANSNET und GDBA den Personalvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Weber, zu einer Diskussionsrunde mit Betriebsräten nach Stuttgart eingeladen. "Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort haben das Gefühl, in der emotional aufgeladenen Debatte um den unterirdischen Bahnhof verheizt zu werden", kritisierten die beiden Gewerkschaftsvorsitzenden, Alexander Kirchner und Klaus-Dieter Hommel.

Neben dem in einzelnen Bereichen chronischen Personalmangel und damit verbundenen, rapiden Anstieg von Überstunden, müsse deshalb die persönliche Bedrohung der Kolleginnen und Kollegen, die diese nicht nur während des Dienstes erleben, umgehend thematisiert werden.

"Wir haben den Eindruck, dass das Ausmaß der enormen Belastungen und Bedrohungen noch nicht ausreichend deutlich bis zum Vorstand der Deutschen Bahn vorgedrungen sind, deshalb sind wir umgehend aktiv geworden", machten Kirchner und Hommel deutlich. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, soll die Diskussion mit den Betriebsräten und dem Personalvorstand möglichst kurzfristig erfolgen.

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