Warnstreiks im Bahnverkehr ab der übernächsten Woche

Warnstreiks im Bahnverkehr Im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) wird es ab der letzten Oktoberwoche Woche Warnstreiks geben. Dazu rufen die Gewerkschaften GDBA und TRANSNET auf. Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen. Zum einen verhandeln die Gewerkschaften über einen Branchentarifvertrag für den SPNV.

Zum anderen geht es um die Tarifrunde bei der DB AG. In beiden Verhandlungskomplexen war zuletzt keine Bewegung zu erkennen.

Diese Warnstreiks werden alle maßgeblichen Unternehmen im SPNV und damit insbesondere die Privatbahnen betreffen. "Wir haben von unseren Spitzengremien den eindeutigen Auftrag bekommen, unsere Tarifforderungen nun mit Arbeitskampfmaßnahmen zu unterstützen", erklärten die Vorsitzenden beider Gewerkschaften, Klaus-Dieter Hommel und Alexander Kirchner. "Die Verzögerungstaktik der Arbeitgeber ist damit gescheitert. Unsere Kolleginnen und Kollegen lassen sich nicht länger hinhalten."

Grund der geplanten Maßnahmen sind die stockenden Tarifverhandlungen sowohl mit maßgeblichen Unternehmen des Schienenpersonen-Nahverkehrs (SPNV) als auch mit der Deutschen Bahn. Im SPNV wollen GDBA und TRANSNET einen Branchentarifvertrag abschließen. Er soll das Bezahlungsniveau, das heute bereits für 90 Prozent der Beschäftigten gilt, für alle Beschäftigten verbindlich machen. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber "würden allerdings das Gegenteil bewirken: sie würden die Bezahlungsunterschiede sogar noch verschärfen und bieten keinen Schutz gegen Lohndumping."

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn war zuletzt ebenfalls keine Bewegung mehr zu erkennen. "Die Deutsche Bahn profitiert vom Status Quo im SPNV, da sie über ihre Billigtöchter ebenfalls die Lohnunterschiede ausnutzen kann", kritisierten Kirchner und Hommel. "Von bloßen Bekenntnissen zur Verhandlungsbereitschaft können sich die Beschäftigten nichts kaufen. Sie erwarten jetzt endlich Ergebnisse."

Konkrete Maßnahmen wollen die Gewerkschaften in den kommenden Tagen festlegen. Die beiden Gewerkschafter machten aber bereits deutlich, "dass es sich nicht nur um Nadelstiche handeln wird. Diese Warnstreiks werden weh tun", hieß es.


 

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