Rentendebatte: Forderung nach "Rente mit 70" ist lebensfremd

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET haben die Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter scharf kritisiert."Die Forderung nach einer Rente mit 70 ist völlig lebensfremd", sagten der stellvertretende GDBA-Vorsitzende Peter Tröge und die stellvertretende TRANSNET-Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba.

"Interessierte Kreise tun so, als ob die deutsche Arbeitsbevölkerung zu bequem sei, um bis 65 oder bis 67 zu arbeiten. Aber das ist keine Frage des Wollens. In vielen Berufen, wie etwa Gleisbauer oder Rangierer, haben die Beschäftigten schlichtweg kaum eine Möglichkeit, das 65. Lebensjahr im Beruf gesund zu vollenden."

Die Politik und die Arbeitgeber seien bisher die Antwort darauf schuldig geblieben, wie ausreichend alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, so die Gewerkschafter. „Wer das Renteneintrittsalter heraufschraubt und die Frage nach den Arbeitsplätzen nicht beantwortet, betreibt keine Sozialpolitik, sondern in Wirklichkeit das größte Rentenkürzungsprogramm der Geschichte.“

Peter Tröge und Regina Rusch-Ziemba wiesen darauf hin, dass GDBA und TRANSNET für die Eisenbahnbranche bereits an Konzepten zum lebenslangen Lernen arbeiten. Sie sollen den Beschäftigten ermöglichen, von Tätigkeiten mit starken körperlichen Belastungen in weniger belastete Berufe zu wechseln. Sozialpolitik könne aber nicht bei den Tarifparteien oder den Betriebsräten abgeladen werden, so die Gewerkschafter.

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken