Branchen-Tarif SPNV: Tarifkommissionen beraten weiteres Vorgehen

Die zuständigen Tarifkommissionen von TRANSNET und GDBA beraten über das weitere Vorgehen beim Thema Brachen-Tarifvertrag Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV). Die Gremien sind am Mittwochvormittag in Frankfurt zusammengekommen. Im Mittelpunkt stehen die stockenden Tarifverhandlungen mit den führenden Privatbahnen.

Am Dienstag war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen. GDBA-Vize Heinz Fuhrmann nannte die Gespräche "äußerst kompliziert und vom Verlauf her enttäuschend". Es sei nicht möglich gewesen, auf dem Weg zum Branchen-Tarifvertrag weiter zu kommen.

Zwar hätten die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das vom strukturellen Ansatz auch sinnvoll sei. Danach solle es zwei Säulen geben: Einerseits u. a. das Tabellen-Entgelt, andererseits arbeitszeitbezogene Zulagen. Das Gesamtvolumen, das sich die Arbeitgeberseite vorstelle, sei aber "völlig inakzeptabel". Dies betrage nämlich nur rund 77 Prozent des heute bereits üblichen Branchen-Niveaus.

Auf dem Branchen-Niveau werden bereits heute rund 90 Prozent der Beschäftigten im SPNV bezahlt. Zielt ist, dieses Niveau für alle verbindlich zu machen. gilt. Der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner unterstrich vor den Kommissionen, "wir wollen doch nicht mehr, wir wollen nur das Niveau, das heute schon die übergroße Mehrheit hat." Kirchner betonte, die Verhandlungen stünden jetzt am Scheideweg. Es müsse jetzt ein Weg gefunden werden, wie diese fortgesetzt werden könnten.

Unterdessen beteiligt sich an den Verhandlungen nun auch die Hessische Landesbahn (HLB). Für die HLB hatte bislang der Arbeitgeberverband AGVDE verhandelt. Der AGVDE hatte mit vielen polemischen Bemerkungen gegen den BranchenTV gearbeitet: er sieht darin das "Ende des Wettbewerbs".

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken