Tarifrunde Deutsche Bahn: GDBA und TRANSNET erheben Forderungen im Gesamtvolumen von 6 Prozent

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET haben ein umfangreiches Forderungspaket für die Tarifrunde bei der Deutschen Bahn beschlossen. Das Gesamtvolumen bezifferten die für den Tarifbereich zuständigen Vorstände, Heinz Fuhrmann und Alexander Kirchner, mit 6 Prozent. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer realen Einkommenserhöhung. Hinzu kommen Verbesserungen bei Zulagen und Arbeitszeit. Parallel dazu soll auch die Beschäftigungssicherung im Bahnkonzern neu verhandelt werden.
 
Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET gehen mit einem umfangreichen Forderungspaket in die Tarifrunde bei der Deutschen Bahn. „Dies ist keine reine Entgeltrunde“, erklärten GDBA-Vize Heinz Fuhrmann und der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner. Zum einen müsse es reale Einkommenserhöhungen geben, es gehe aber auch um eine Reihe von weiteren Verbesserungen für die Beschäftigten. Hierzu zählen unter anderem die Bereiche Arbeitszeit und Zulagenregelungen.
 
Das Gesamtvolumen der Forderungen bezifferten Furhmann und Kirchner auf 6 Prozent. Entsprechende Beschlüsse haben die Gremien beider Gewerkschaften auf einer gemeinsamen Sitzung gefasst. Die Tarifverträge bei der Deutschen Bahn laufen am 31. Juli aus.
 
„Eine Lohnpause wäre in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal“, machten Kirchner und Fuhrmann deutlich: „Die Spielräume dafür sind bei der Deutschen Bahn vorhanden, denn trotz der Krise wird der Konzern in der kommenden Woche wieder einen Milliardengewinn verkünden. Das ist vor allem auf die Leistung der Beschäftigten zurückzuführen.“ Entgelterhöhungen seien auch zur Stabilisierung der Massenkaufkraft und damit der Binnennachfrage notwendig. Für die unteren Tarifgruppen soll es zudem eine so genannte soziale Komponente geben, die den Betroffenen einen höheren Zuwachs sichert.
 
GDBA und TRANSNET fordern darüber hinaus eine Erhöhung von Zulagen für Beschäftigte im Schicht- und Wechseldienst. „Die Belastungen durch ungünstige Schichtlagen haben zugenommen; dafür muss es eine Kompensation geben“, so Fuhrmann und Kirchner. Ferner sollen die bestehenden tariflichen Regelungen zur Altersteilzeit verhandelt werden, um sie an die veränderten gesetzlichen Gegebenheiten anzupassen. Auch die Forderung nach einem Mobilitätszuschuss für die Beschäftigten wird in die Verhandlungen einfließen.  
 
Verkehrsgewerkschaft GDBA und TRANSNET wollen in der Tarifrunde Mitte des Jahres auch eine neue Regelung für den Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag (BeSiTV) verhandeln. Der BeSiTV läuft am 31. Dezember 2010 aus. Er schützt die Beschäftigten des Bahnkonzerns vor betriebsbedingten Kündigungen. „Dieser Tarifvertrag hat sich bewährt, er muss aber jetzt durch qualitativ neue Regelungen ersetzt werden,“ hieß es. Es gehe dabei nicht nur um Rationalisierungsschutz, sondern auch um verbesserte Perspektiven für Nachwuchskräfte, mehr Chancen für ältere sowie für leistungseingeschränkte Beschäftigte. „Insgesamt streben wir ein Tarifwerk an, dass es uns ermöglicht, den demografischen Wandel zu gestalten,“ so Fuhrmann und Kirchner.

Beide wiesen darauf hin, dass die jetzt erhobenen Tarifforderungen „nicht am grünen Tisch entstanden, sondern in zahlreichen Tarif-Dialogen in den Betrieben erarbeitet worden sind.“ An den Diskussionen hätten sich Tausende Mitglieder beteiligt. TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA verhandeln für rund 165.000 Beschäftigte.

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