Grubes Distanzierung begrüßt – wichtigere Probleme als Börsengang

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET haben die Distanzierung von Bahn-Chef Rüdiger Grube von einem Bahn-Börsengang begrüßt. "Wir haben derzeit im Schienenbereich wirklich wichtigere Probleme als die Suche nach weiteren Anteilseignern für die DB AG", sagten GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel und der TRANSNET-Vorsitzende Alexander Kirchner. "Nicht nur die Vorfälle der vergangenen Tage haben gezeigt, dass es an vielen Ecken und Enden brennt." Angesichts dessen stehe "ein Börsengang derzeit nicht zur Debatte."

Die Gewerkschafter verwiesen darauf, dass der Ausfall von Klimaanlagen in Zügen der ICE-2-Reihe auch ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen im DB-Konzern geworfen habe. "Im Zugbegleitdienst fehlt Personal und es fehlt an klaren Regeln und guter Vorbereitung auf Extremsituationen. Diese Themen müssen jetzt angegangen werden." Aber auch im Bereich der Wartung und Instandhaltung müsse Personal aufgestockt werden. "Die Beschäftigten in den Werken gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch."

Darüber hinaus müsse auch wieder eine Debatte um die ausreichende Finanzierung des Schienenverkehrs geführt werden. Hommel und Kirchner bekräftigten in diesem Zusammenhang ihre Kritik an der geplanten "Bahn-Dividende". "Wer, wie Verkehrsminister Ramsauer, den Sparkurs der vergangenen Jahre für die derzeitigen Probleme verantwortlich macht, der sollte der Bahn nicht im nächsten Moment 500 Millionen pro Jahr aus der Tasche ziehen." Dieses Geld werde "für gutes Personal und gutes Material dringend gebraucht."

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