TK BranchenTV: Gemeinsam kämpfen, denn es kann jeden treffen

Die Tarifkommission BranchenTV befasste sich am Donnerstag in ihrer turnusmäßigen Sitzung mit dem aktuellen Stand der Thematik. Fazit: Wir müssen solidarisch sein und Zeichen setzen. Den BranchenTV brauchen wir jetzt. Wir sind bereit, gemeinsam dafür zu kämpfen! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sieht die Realität anders aus. Erhebliche Lohnunterschiede durch Tarifflucht und durch nicht tarifgebundene Unternehmen haben zugenommen.

Die Lohnspirale im Schienenpersonenverkehr wird sich weiter drehen, aber nur nach unten – wenn nichts passiert. Denn die Lohnkosten sind für viele Unternehmen die einzige Stellschraube, um Ausschreibungen im hart umkämpften Wettbewerbsmarkt zu gewinnen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Es werden Tochterunternehmen gegründet, um das Tarifniveau zu unterlaufen - die eigenen Beschäftigten bleiben im Regen stehen.

Die einzige vernünftige Lösung ist der Abschluss eines BranchenTV und seine Allgemeinverbindlichkeit, denn alle Beschäftigten der Branche sitzen in einem Boot. Auf ihrem Rücken wird der Wettbewerb ausgetragen. Sie sind die Leidtragenden. Denn wenn der BranchenTV nicht kommt, werden sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern und die Löhne sinken. Und wenn der neue Betreiber sie eventuell übernimmt, fangen sie wieder bei Null an und dann ganz sicher zu schlechteren Konditionen. Weniger Lohn, schlechtere Sozialbedingungen und die Berufsjahre zählen auch nicht.

Das kann jeden treffen, denn Ausschreibungen gehören zur alltäglichen Realität und werden in Zukunft rasant zunehmen. Die Regionalisierungsmittel, mit denen die ausgeschriebenen Verkehrsleistungen bezahlt werden, werden immer knapper. Dies auch, weil Bund und Länder sparen wollen. Das trifft in erster Linie und überall die Arbeitnehmer.

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