Warnstreiks am Dienstagmorgen
Massive Auswirkungen im gesamten Bundesgebiet

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die Gewerkschaft TRANSNET rufen die Beschäftigten zahlreicher Privatbahnen und der Deutschen Bahn für Dienstagmorgen (26. Oktober) bundesweit zu Warnstreiks auf. Dadurch sind erhebliche Störungen im gesamten Schienenverkehr zu erwarten. Hintergrund sind die völlig festgefahrenen Tarifverhandlungen. Ein Kern der Forderungen beider Gewerkschaften ist ein Branchentarifvertrag für den Schienenpersonen-Nahverkehr.

"Es kann und darf nicht sein, dass Kolleginnen und Kollegen für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 20 Prozent weniger Lohn bekommen und insbesondere die Privatbahnen diese Form von Lohndumping als Wettbewerbsvorteil nutzen, um an Aufträge zu kommen," machten die Vorsitzenden der beiden Gewerkschaften, Klaus-Dieter Hommel und Alexander Kirchner, deutlich. Auch künftig müssten die Kunden auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter bei den Nahverkehrsunternehmen zählen können. "Die Preisspirale nach unten hat jedoch das Gegenteil bewirkt - und die Tickets sind dadurch nicht billiger geworden", kritisierten Hommel und Kirchner.

"Die Verantwortung für die Eskalation liegt eindeutig bei der Arbeitgeberseite. Man hat uns ein Angebot gemacht, das die bestehenden Bezahlungsunterschiede eher noch verschärfen würde und dies zugleich als letztes Angebot deklariert", empörten sich Hommel und Kirchner. "So kann man keine Verhandlungen führen. Wir schlucken nicht einfach einen Brocken, den man uns hinwirft." Es gehe darum, zu verhindern, dass der SPNV zu einer Dumping- und Niedriglohnbranche wird.

Keinen Durchbruch gibt es auch in den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn. "Insbesondere hat die Deutsche Bahn nicht erklärt, dass sie unter den derzeitigen Marktbedingungen bereit ist, auf das Anbieten mit Billigtöchtern zu verzichten", so die Gewerkschafter. "Das bedeutet, dass sich der Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten zusätzlich verschärfen würde."

"Wir hoffen, dass unser Signal von den Arbeitgebern verstanden wird", so die beiden Gewerkschafter. Um das Thema Branchentarifvertrag endlich zu lösen, seien gemeinsame Verhandlungen mit den Privatbahnen und der DB AG notwendig. "Je schneller wir zu gemeinsamen Verhandlungen kommen, desto besser."

"GDBA und TRANSNET rufen zunächst nur zu zeitlich befristeten Warnstreiks auf, um die Beeinträchtigungen für Bahnreisende möglichst gering zu halten, um den Arbeitgebern aber auch zu zeigen, dass es uns in der Sache ernst ist", erläuterten Kirchner und Hommel. "Sollten wir damit nicht vorankommen, sind weitere Arbeitskampfmaßnahmen unausweichlich."

 

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