Ungerechtfertigte Neidkampagne

Wieder einmal hat die Bild-Zeitung eine Neid-Kampagne angezettelt. Und wieder einmal waren die Beamten und Versorgungsempfänger die Leidtragenden. Durch unsachliche Verkürzungen, die üblichen Übertreibungen und das Weglassen von Fakten wurde der nachweislich falsche Eindruck erweckt, Beamte und Pensionäre bereicherten sich auf Kosten der Steuerzahler - ungerechtfertigt und unverhältnismäßig noch dazu. Eine Unverschämtheit ist das!

Warum die Beamten und Pensionäre immer wieder Opfer der Zeitung mit den vier großen Buchstaben werden, vermag niemand zu sagen. Denn die Fakten sprechen eine andere Sprache:

Vergessen – oder bewusst verdrängt – wird immer wieder, dass bereits in den 1950er Jahren die Besoldung entsprechend des Rentenbeitrags abgesenkt worden ist. Dieser Differenzbetrag, der den Beamten quasi vorenthalten wurde, hätte für die spätere Versorgung zweckgebunden zurückgelegt werden müssen. Dafür war er gedacht.

Stattdessen wurden die von den Beamten durch eine abgesenkte Besoldung er-brachten Beiträge von der Politik aber dazu missbraucht, fortwährend irgendwelche Löcher in den Haushalten zu stopfen. Jetzt, wo das Geld für die Beamtenpensionen fehlt, werden diejenigen kritisiert, die für ihre Altervorsorge jahrelang verzicht geübt haben, in dem Glauben, der Dienstherr wird seiner Verantwortung gerecht werden.

Dass es so nicht geht, haben die Verkehrsgewerkschaft GDBA und der dbb Jahr-zehnte lang immer und immer wieder bemängelt und angeprangert. Leider wurde entsprechenden Forderungen der GDBA und des dbb viel zu spät und auch nur in Ansätzen Rechung getragen: Erst seit Mitte der 1990er-Jahre, wurde eine gewisse Kapitaldeckung der Altersversorgung über Versorgungsfonds aufgebaut.

Dass jetzt die Haushalte durch Versorgungsausgaben stark belastet werden, ist ein-zig und allein ein Versäumnis der Politik. Die aber duckt sich weg und sieht tatenlos zu, wie auf ihre Bediensteten eingeprügelt wird. Schäbig ist das - und unfair!

Zumal ja auch für die Renten keine müde Mark zurückgelegt wird. Vergessen wird in diesem Zusammenhang gerne, dass die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) auf jährlich steigende Bundeszuschüsse aus Steuermitteln angewiesen ist, um die laufenden Renten zahlen zu können. Allein im Jahr 2010 beträgt der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung 80,8 Milliarden Euro aus Steuermitteln.

Davon lese ich in der Bild-Zeitung nichts. Das passt den Herren Redakteuren wohl nicht ins Weltbild. Lieber pflegen diese gängigen Vorurteile gegen Beamte und versuchen so Auflage zu machen. An Fakten war dieses Blatt ja noch nie interessiert!

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