DGB Chef Michael Sommer hält die neu zu gründende Verkehrsgewerkschaft für eine vernünftige Entscheidung

Vertreter von weit über 100 Ortsgruppen trafen sich zu einer zentralen Informationsveranstaltung der Verkehrsgewerkschaft GDBA in Fulda. Im Mittelpunkt des Treffens standen ausführliche Informationen über das Thema neue Verkehrsgewerkschaft sowie eine Diskussion mit dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer, aber auch die Tarifrunde 2010. Mit Michael Sommer sprach erstmals ein DGB-Vorsitzender bei einer Veranstaltung der GDBA.

„Die Interessen der Menschen zu vertreten, Beamte oder Arbeitnehmer ist unsere Hauptaufgabe, wenn das künftig GDBA und Transnet gemeinsam tun, mit dem DGB als Dachorganisation, dann würde mich das freuen“, sagte Michael Sommer in Fulda. „Der jetzt eingeschlagene Weg ist die bessere Alternative für die Verkehrsgewerkschaft GDBA und die deutsche Gewerkschaftsbewegung. Bei allem was uns trennt, ist es notwendig, die Zersplitterung zu überwinden. Der Weg wird schwierig, aber geht ihn“, so Sommer. Er erinnerte an die Gründung von ver.di. Viele der Probleme, die nun auf GDBA und Transnet zukämen, seien die gleichen wie damals. Aber, so Sommer: „Vieles geht, wenn man sagt, wir wollen auf einander zugehen. Das was ihr eingeleitet habt, solltet ihr auch als unumkehrbar betrachten.“ Man dürfe den Menschen die Identität nicht rauben und könne trotzdem die Organisationen zusammenführen. Auch bei unterschiedlichen Sichtweisen sei es möglich, vernünftige gemeinsame Formen und möglicherweise Übergangsregelungen finden. „Wenn man das große Projekt vorhat“, so Sommer, „darf man nicht an einer kleinen Stelle scheitern“.

Der GDBA-Bundesvorsitzende Klaus-Dieter Hommel informierte nochmals ausführlich über die geplante neue Verkehrsgewerkschaft. An gleicher Stelle in Fulda wurde, so Hommel, im Dezember 2009 der Beschluss gefasst, den Prozess einer Neugründung einzuleiten. Seitdem habe man in zahlreichen Veranstaltungen bereits über 3000 Mitglieder von Transnet und GDBA vor Ort informiert und werde das auch im Laufe des Jahres noch fortsetzen. Er habe dabei oft den Eindruck gewonnen, dass man nur darauf gewartet habe, miteinander in Dialog zu treten und miteinander zu arbeiten, sagte Hommel. Alle hätten erkannt, dass man neue Strukturen brauche. Mittlerweile habe in den Gremien beider Gewerkschaften die gemeinsame Arbeit zur Vorbereitung der Neugründung begonnen. Wichtig und notwendig sei es aber, mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu reden, um alle Aspekte auch berücksichtigen zu können und Lösungen zu erarbeiten. Die Interessen der Mitglieder werden nach wie vor im Mittelpunkt stehen, versicherte Hommel. Im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit dem dbb sagte er, man lasse sich von Ewiggestrigen nicht aufhalten. Ein Wechsel zu einem neuen Dachverband sei natürlich auch nicht einfach, und es wäre falsch, Probleme totzuschweigen. Aber, so Hommel: „Wir können es auf demokratische Art bewältigen, das ist sicher“.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende Heinz Fuhrmann, der über die laufende Tarifrunde 2010 informierte, appellierte an die Arbeitgeber, auf die Forderungen der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA nach einem Branchentarifvertrag einzugehen. „Das ist ein zentraler Punkt unserer Tarifforderungen. Wenn die Verhandlungspartner sich hier nicht bewegen, kann es passieren, dass zur Mitte des Jahres in der Urlaubszeit die Züge stehen bleiben. Wir wollen das nicht unbedingt, aber wir werden auch kein Lohndumping akzeptieren“. In den vergangenen Jahren habe die TG bereits Maßstäbe gesetzt und auch tarifpolitisches Neuland betreten. Für die Runde 2010 forder man reale Einkommenserhöhungen mit einem Gesamtvolumen von 6 Prozent. Laufzeit soll 12 Monate sein. Zentraler Punkt allerdings sei nicht nur im Bereich des Bahnkonzerns der Branchentarifvertrag für den gesamten Verkehrsbereich.

Seite weiterempfehlen Seite druckenSeite drucken